Mein aufwendiges Kleid Jazz – „Das Alptraumstickerlebnis“

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Im letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass ich ein Kleid unbedingt noch zeigen möchte. Und tatsächlich habe ich es geschafft, es an einem tatsächlich sonnigen Tag im November! zu fotographieren und noch einen Beitrag dazu zu schreiben. (also das schreiben habe ich theoretisch gerade erst mit dieser Einleitung angefangen, aber so kleinlich muss man auch nicht sein ^^)
Das meiste Chaos haben wir mittlerweile auch beseitigt. Die Kleine darf sich also ganz langsam bereit machen.

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Aber jetzt zu meinem Kleid: In diesem steckt bei weitem mehr Arbeit und Zeit, als in den meisten anderen meiner Kleider, denn ich habe nach langer Zeit wieder einmal „genähmalt“ oder freihandgestickt mit meiner Nähmaschine. (dazu habe ich vor einem Jahr schon einmal hier geschrieben – die Methode habe ich beibehalten)
Auf meiner Liste stand nämlich schon lange ein besticktes Jeanskleid. Weil ich aber wollte, dass der Ausschnitt bestickt ist und nicht einfach das gesamte Kleid oder nur die Säume, fielen die von vornherein bestickten Jeansstoffe für mich weg und mir blieb nur die Möglichkeit, selbst etwas zu sticken.
Weshalb ich das Projekt auch sehr lang vor mir hergeschoben habe. Denn meist nähe ich dann doch lieber die schnelleren Stücke, trotz dem Schwur, das Nähen langsamer anzugehen und mehr Großprojekte zu starten. Aber ich bin einfach immer viel zu neugierig und will nie lange darauf warten, das Ergebnis zu sehen. Außerdem waren große Projekte dieses Jahr etwas mühsam, mit dem Bauch und der Tatsache, dass es gerade ziemlich lang dauern kann, bis wir unseren kleinen Mann davon überzeugt haben, dass Schlafen etwas Wohltuendes ist.

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Nichtsdestotrotz habe ich es im Endeffekt doch geschafft meinen Traum vom bestickten Kleid in die Tat umzusetzen. Einerseits, weil ich es mir als das perfekte Umstandskleid vorstellen konnte und andererseits dachte ich mir, meine Motivation zu sticken wird mit Baby vermutlich nicht viel größer werden. Und, wenn man einmal angefangen hat, wirken auch größeren Projekte gar nicht mehr so abschreckend.
Ganz kurz habe ich sogar überlegt auch eine Bordüre auf den Rock zu sticken, aber so viel Motivation und Geduld konnte ich dann doch nicht aufbringen und vielleicht wäre das ohnehin Zuviel des Guten gewesen.

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Das Schnittmuster, das ich für mein Jeanskleid auserkoren habe, habe ich tatsächlich im Sommer schon einmal hier gezeigt und zwar in Form meines Jumpsuits Jazz von readytosew (hier). Ich bin immer noch unendlich begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten dieses Baukastenschnitts und wohl auch noch lange nicht damit fertig. Schon allein für diese unglaublich tolle Ärmelform hat es sich ausgezahlt, den Schnitt zu kaufen. Das Beste an so einem Baukastenschnitt ist: obwohl ich mir zwei völlig verschiedene Kleidungsstücke genäht habe, musste ich die Passform nicht noch einmal überprüfen, weil die markanten Punkte gleichgeblieben sind.

Auch bei diesem Kleid habe ich keine Anpassungen für die Schwangerschaft vorgenommen, allerdings habe ich den Rock, um Druckerpatronen zu sparen selbst konstruiert. Sprich, ich habe zweimal die volle Stoffbreite mit 50cm Länge zugeschnitten und vorne einfach die Taschenaussparungen der Hose angelegt.
Die Ärmelmanschetten und Taschen sind übrigens aus der wunderschönen Abseite des Stoffes genäht.

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Außerdem habe ich den Ausschnitt etwas verändert, weil ich ihn diesmal runder haben wollte. Allerdings ist die Form nicht ganz so geworden, wie beabsichtigt. An den Schultern hätte ich etwas mehr Stoff wegnehmen müssen. Es war auch ein Fehler, für die Rundung vom tiefsten Punkt des V- Ausschnitts auszugehen, denn nun blitzt ganz gern der BH hervor und ich muss immer ein Top darunter tragen, was einen kleinen Wehrmutstropfen für mich darstellt – beim nächsten Mal bin ich klüger.

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Mein größter Fehler bei der Erstellung dieses Kleides war jedoch, erst auf das fertige Kleid zu sticken, denn das Einspannen in den Stickrahmen war durch die Knopfleiste und den begrenzten Platz eine wahre Katastrophe. Außerdem wollte ich nicht umspannen müssen, also verwendete ich zu allem Überfluss noch einen relativ großen Rahmen. Hätte ich das Kleid nicht erst in fertigem Zustand sehen müssen, um ein Stickmotiv dafür zu ersinnen, hätte ich vermutlich einiges an Ärger erspart. (beim ersten Mal hat es tatsächlich fast eine Stunde gedauert, bis der Stoff nicht wieder irgendwo aus dem Rahmen geflutscht ist beim „Trommeltest“)

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Ich habe sogar versucht mir einzureden, dass eine einseitige Bestickung auch sehr schön ist. Mein Freund hat mir diese Ausrede aber zum Glück nicht durchgehen lassen und so habe ich mich, nach zwei Wochen aufgerafft, auch die zweite Seite zu besticken. Dabei ist mir noch ein Malheur passiert, was mich ernsthaft daran zweifeln ließ, ob ich fürs Sticken gemacht bin und ob ich es in Zukunft nicht doch lieber bleiben lassen sollte. Denn beim Wechseln der vorletzten Farbe habe ich nicht überprüft, ob alles wieder schön glatt unter der Maschine liegt und so habe ich die letzten zwei Farben nicht nur an den Ausschnitt, sondern gleich auch auf Schulter und Ärmel gestickt.

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So wurde das unglaublich erhebende Gefühl, als ich den letzten Stich tat ziemlich schnell zu ziemlich großer Frustration. Vor allem, weil es an dem Abend sowieso schon spät war und ich überlegt hatte, die letzten zwei Farben auf einen anderen Abend zu verlegen. Zu der Tatsache, dass ich nun alles mühsam auftrennen musste und anschließend noch einmal sticken kam die Angst, dass durch das häufige Einstechen der Stoff an Schulter und Ärmel ernsthaften Schaden genommen haben könnte und das gesamte Kleid sowieso kaputt war.

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Aber am nächsten Tag brachte ich trotzdem den Willen auf, alles ganz vorsichtig Stück für Stück wieder aufzutrennen. Zu meiner Erleichterung hielt sich der Schaden in Grenzen, weil der Stoff locker genug gewebt war, sodass ich mit ein wenig herumziehen und zwischen den Fingern reiben die Löcher ziemlich verschwinden lassen konnte.
Die Freude, als das Kleid dann zum zweiten Mal fertig war, war jedenfalls kaum zu beschreiben. Am liebsten hätte ich gleich darin geschlafen. Und die Freude an dem Kleid ist auch nach drei Monaten des häufigen Tragens nicht weniger geworden und ich überlege schon, was ich noch so alles besticken könnte…

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Alles auf einen Blick:

Schnitt: „Jazz“ von ready to sew
Stoff: Jeans Chambray von Irias‘ Stoffgeschichten
Knöpfe aus dem Fundus

Verlinkt zu:

Du für dich am Donnerstag
Sew La La
The Creative Lovers
Create in Austria

1 Kommentar zu „Mein aufwendiges Kleid Jazz – „Das Alptraumstickerlebnis““

  1. Da hat sich der ganze Ärger am Ende ja doch gelohnt. Die Stickerei sieht super aus 🙂
    Ich wünsche dir alles Gute für die Geburt und eine schöne erste Zeit und Babypause 😊
    Liebe Grüße,
    Sarah

    Liken

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