Das Schnittmuster, das einfach nie langweilig wird

Ich habe schon oft Sätze gehört wie: „In der Schwangerschaft hatte ich so viel Zeit um ……. (beliebige Wort einsetzen) Besonders gegen Ende hat sich das Warten ewig hingezogen und mir war so langweilig.“ Mir kommt das noch ein bisschen aus meiner ersten Schwangerschaft bekannt vor, da musste ich nämlich wirklich sehr lang lieben, aber gerade gegen Ende, als ich wieder aufstehen durfte, verging auch da die Zeit schon wie im Flug.

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Aber diesmal ist es wirklich schlimm, die neun Monate sind einfach so vorbeigeschwuppst. Es war doch gerade erst Halbzeit und jetzt habe ich schon die „Frühchenphase“ hinter mich gebracht. Kaum zu glauben, dass es jetzt jederzeit soweit sein könnte – was ich nicht hoffe, denn einerseits genieße ich meine Schwangerschaft noch in vollen Zügen und andererseits fühlen wir uns noch nicht wirklich vorbereitet. (wir haben noch nicht einmal einen Maxicosi organisiert…) Es muss noch so viel erledigt werden. Das Gitterbett steht noch unzusammengebaut im letzten Eck am Dachboden (übrigens vollkommen unerreichbar) und dort, wo es hin soll, liegt gerade unser ausgeräumter Kasten, weil wir einen größeren bauen müssen ( daran ist die Nähsucht nicht unschuldig)
Zusätzlich sollte die Küche, die nach drei Jahren Baustelle immer noch unvollendet ist, auch endlich fertig gebaut werden. Und ihr wollt gar nicht wissen, was noch so alles auf der Liste steht.

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Jedenfalls wollte ich diesen Beitrag schon viel früher schreiben – offensichtlicherweise sind die Bilder schon etwas älter (aus der 29. Woche), denn mein Neun-Monats-Bauch passt zwar gerade noch in das Kleid, lässt sich aber bei weitem nicht mehr so gut verstecken. (Und ich stell mich im November trotz derzeitigem Sonnenschein und Hitzewallungen auch nicht mit nackten Beinen in die Wiese, so verrückt bin ich doch nicht.)
Tatsächlich habe ich sogar noch ein Kleid, das so toll geworden ist, dass ich es unbedingt noch herzeigen möchte, bevor ich eine ausgedehnte Blogbabypause einlegen werde.

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Aber jetzt erst einmal zu diesem Kleid, bevor mich wieder irgendetwas ablenkt und ich alle wichtigen Informationen vergesse. (derzeit fühle ich mich wirklich wie ein Kleinkind – oh schau, ein Staubkorn – kann ich das Essen?)
Es ist wieder ein geliebtes Irenes Kleid von Lotte und Ludwig geworden (was würde ich nur ohne diesen Schnitt machen…), denn ich bin, wie schon einmal gesagt, meinen Kasten durchgegangen und habe probiert, was mit Bauch und vergrößerter Milchbar noch alles passt, ohne, dass ich Änderungen vornehmen muss. Und eins der Kleider, in denen noch am meisten Zuwachs möglich war, war das Irenes Kleid. – Theoretisch ist im Schnitt eine Umstandsversion mit hochgesetzter Taille enthalten. Allerdings trage ich normalerweise nicht so gern Empirekleider und für die 2-3 Monate kann man die Taillennaht auch hochschieben, der Saum ist dann eben ein bisschen schief… –

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Außerdem hat der Stoff, den ich vernähen wollte, sowieso förmlich nach dem Schnittmuster geschrien. Es ist eine wunderschöne, leichtfallende Viskose-Leinen-Webware, die ein Freund für uns designt hat. Ich liebe die auffällige, aber nicht zu pompöse Bordüre und die kleinen Elemente, die an Anker erinnern, aber doch keine sind.
Ich finde Stoff und Schnitt haben genau dieselbe Mischung aus schlichter Eleganz mit wunderschönen Details, was das Kleid zu meiner bisher liebsten Irene macht.

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Viel über den Nähhergang muss ich vermutlich nicht mehr sagen, denn ich habe schon zwei ziemlich ausführliche Berichte dazu geschrieben, denke ich (hier und hier). Aber ich kann definitiv versprechen, dass das Nähen mit jedem Mal schneller geht. Dieses Kleid habe ich statt an drei Abenden, an nur einem fertig gestellt. Allerdings macht es wohl einen großen Unterschied, ob man den Rock in Falten legt, oder rafft. Vor allem, wenn man die Falten schön akkurat haben möchte, sind es richtige Zeitfresser.

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Kleine Änderungen musste ich allerdings vornehmen, denn ich habe das Kleid aus zwei relativ kleinen Druckfehler Reststücken genäht. Das bedeutete also wieder einmal Tetris spielen und an den richtigen Stellen Abstriche machen. Und die Bordüre erleichtert diese Aufgabe natürlich in keinster Weise. So ist der Rock nun also etwas kürzer und auch wesentlich weniger füllig, insgesamt um gute 40 Zentimeter. (was aber interessanterweise gar nicht so sehr auffällt)

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Auf die Nahttaschen habe ich ebenfalls verzichtet, obwohl ich diese eigentlich aus einem anderen Stoff hätte zuschneiden können. Dafür war ich aber einfach zu faul, was ich im Nachhinein betrachtet etwas bereue, denn ich suche die Taschen jedes Mal, sobald ich das Kleid anhabe.
Auch die Ärmel sind kürzer, aber ich kann stolz behaupten, dass ich es geschafft habe, sie mit Bordüre abschließen zu lassen. (was durch die Raffung allerdings etwas untergeht…)
Außerdem konnte ich kein Taillenband mehr irgendwo herauskitzeln. Da wird später wohl ein anderer Gürtel zum Einsatz kommen müssen.
Und das Schrägband ist auch nicht im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, was erstaunlicherweise keinen großen Unterschied gemacht hat.

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Ziemlich schwierig war für mich auch die Wahl der Knöpfe, die man leider sehr früh treffen muss, damit die Schlaufen die richtige Größe besitzen. Bei normalen Knopfleisten muss man sich zum Glück erst entscheiden, wenn das gesamte Kleidungsstück sonst fertig vor einem liegt.
Ich habe also versucht, die Schnittmusterteile so „kleidhaft“ wie möglich am Boden aufzulegen, was aber leider auch nicht viel geholfen hat.
Meine große Angst war, dass die Perlmuttknöpfe, die ich eigentlich von Anfang an im Kopf hatte, die elegante Seite des Kleides zu sehr betonen würden.
Ich tröstete mich im Endeffekt (nach einer halben Stunde der Untentschlossenheit und Verzweiflung) damit, dass sich im Notfall auch andere Knöpfe in derselben Größe finden würden.

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Wie so oft war meine Angst aber unbegründet (was ich mir schon alles an Zeit erspart hätte, wäre ich nicht immer so unentschlossen…) denn ich finde, die Knöpfe sind einfach perfekt für das Kleid. Es ist ganz genauso geworden, wie ich es haben wollte.
Jetzt fehlen mir für meine Irenes Kleid Sammlung nur noch ein gelbes, ein rotes, ein braunes, ein grünes, ein schwarzes, ein geblümtes, eins aus Musslin, eins aus Chambray, eins aus Seersucker, eins aus reiner Viskose, eins aus reinem Leinen, eins aus Flanell, eins aus Spitze… und dann trage ich nie wieder etwas anderes.

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Alles auf einen Blick:

Schnitt: „Irenes Kleid“ von Lotte&Ludwig (Ebook/ Makerist/ Papierschnitt)
Stoff: Viskose-Leinen-Webware „Jeans-Bordüre“ by Twizzy von Irias‘ Stoffgeschichten

Knöpfe: Perlmutt Ösenknöpfe von Irias‘ Stoffgeschichten

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Verlinkt zu:

Du für dich am Donnerstag
Sew La La
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