Noch mehr Farbe für meinen Kasten

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Hin und wieder habe ich schon erwähnt, dass lange Zeit mein Kasten ziemlich unbunt gewesen ist. Ich glaube, ich war zwölf Jahre alt, als ich mich dazu entschieden habe den meisten Farben gewandtechnisch zu entsagen. Hauptsächlich schwarz, grau und Blautöne durften bleiben und das gemustertste Oberteil, das ich besaß, war dunkelblau – grau gestreift… Und das, obwohl ich Farben liebe. Meine gemalten Bilder waren meist sehr bunt, eine meiner liebsten Kunstepochen ist der Expressionismus und auch bei Wandfarben habe ich mich immer schon gerne ausgetobt.
Warum ich mich also bei meiner Kleidung jahrelang so beschränkt habe, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. (nah gut, ich weiß es doch: jugendliche Zwänge und die Angst, zu sich selbst zu stehen sind wirklich nicht zu unterschätzen…)
Aber durch das Nähen habe ich mich ganz langsam wieder an Farben herangetastet und mittlerweile ist mein Kasten fast so bunt, wie eine große Box voll mit Stiften.

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Bis jetzt noch eher in der Minderheit vertreten waren Rot, Gelb und Brauntöne. Bei diesen Farben ist es eher schwierig für mich, die richtige Nuance zu finden, weil meine Haut und auch die Haare von sich aus einen leichten Rotstich besitzen und sich das meiner Meinung nach furchtbar miteinander beißen kann. Allerdings habe ich recht oft zu den wenigen Kleidungsstücken mit diesen Farben gegriffen. Also dachte ich mir, es wird endlich Zeit das Angebot ein bisschen zu erweitern.

Ganz besonders lieb gewonnen habe ich die Hose. Sie sitzt toll und wunderbar bequem, hält auch gut warm und passt zu einigen meiner „problematisch – kombinierbaren“ Shirts. ( den blauen, denn die kann/will ich nicht mit blauen Jeans kombinieren und meine einzige schwarze Jeans ist leider kaputt… – gut erwischt, ich hab noch eine, aber die sitzt ganz schrecklich )

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Auch solch einen Bieseneinsatz am Knie wollte ich schon längst einmal genäht haben. Darum schlummerte die Bikerleggings Biggi von Feefee schon lange auf meinem Computer.
Weil ich aber nicht nur eine Leggings sondern lieber eine halbwegs „vollwertige“ Hose haben wollte habe ich sie mit dem Chinohosenschnitt „PhinoChino“ von Feefee gemischt.
Das war ganz einfach, ich musste nur oben die Chinohose zuschneiden und entlang der Beine auf die Leggings verschmälern. Dafür habe ich das Leggingsschnittmuster mittig aufgelegt und darauf geachtet, dass die Schrittnähte auf derselben Höhe liegen.

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Eigentlich dachte ich, dass die Biesen das Aufwändigste an meiner Hose sein würden, aber nachdem es das erste Mal war, dass ich beide Schnitte genäht habe, war dann doch noch einiges an „Feinjustierung“ notwendig.
Die Änderungen an Biggi waren natürlich schnell erledigt. Ich musste nur an den Waden noch etwas wegnehmen. Und theoretisch hätte ich an den Knien etwas mehr Weite benötigt (dazugeben kann man nur leider im Nachhinein nicht mehr…) Außerdem hätte ich wohl an den Oberschenkeln auch 2 cm Länge herausnehmen können, damit der Bieseneinsatz etwas höher beginnt.

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Für die Anpassungen an der „PhinoChino“ brauchte ich wesentlich länger, denn zum einen beulte die Hüftnaht, zum anderen war die Schrittnaht zu flach. An beides muss man sich langsam herantasten. Ich finde das ständige Anziehen und zum Spiegel rennen, (der ist am anderen Ende des Hauses und unser Haus ist ziemlich schlauchartig….) um dort darüber zu meditieren, was genau nicht stimmt, um dann wieder zurückzulaufen, um eine Naht um zwei Millimeter zu versetzen, ziemlich mühsam, aber es zahlt sich aus. So konnte ich der Hose doch noch einen ganz guten Sitz entlocken. Obwohl ich beim nächsten Mal definitiv der hinteren Schrittnaht noch mehr Länge hinzufügen werde. Es könnte aber auch möglich sein, dass ich diese Länge beim Kürzen des Bundes verloren habe. Denn dort habe ich auch um Einiges reduziert, sonst wäre es eine Taillenhose geworden. (Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich hätte die Standartgröße von 1,70 m… )

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Dafür ist mir die Paspeltasche hinten wirklich so gut gelungen wie noch nie zuvor. Im Nachhinein betrachtet wünschte ich wirklich, ich hätte die Muße gehabt, gleich noch eine Zweite zu nähen, aber theoretisch kann man das immer noch nachholen…

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Übrigens habe ich für die Leggings Biggi aufgrund des festeren Romanitjerseys die Jeggingsversion verwendet und nach etwas Überlegen meine Standarthosengröße 34 gewählt.
Das ist das erste Mal, dass ich Punto di Roma verwendet habe und ich mag dieses Material. Es war einfach zu verarbeiten, auch besser abzusteppen als Jersey und das Tragegefühl ist auch toll. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein Rock daraus, durch den festeren Stand sehr schön fällt.
Aber besonders verliebt bin ich in diese wunderschöne Farbe: rostrot. Ich glaube, sie mausert sich gerade zur Trendfarbe und ich kann gut verstehen, wieso.

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Im Gegensatz zur Hose war der Poncho wirklich sehr schnell genäht, allerdings auch nicht so schnell, wie ich gedacht habe. Nicht, weil es so kompliziert ist ein rechteckiges Stoffstück an einer Seite zusammen zu nähen und rundum zu säumen, sondern, weil ich mir eingebildet habe dieses mit einem Zierstich zu tun und weil der Stoff zweimal umgeschlagen recht dick ist, musste ich auch noch eine sehr langsame Maschineneinstellung wählen, um die Nadel nicht unnötig zu gefährden.
Gefunden habe ich die Anleitung für den Poncho bei „Stoffe-hemmers“ und nein, ich habe keine Änderungen vorgenommen, sogar die Fransen habe ich ganz brav nach Anleitung gefertigt.

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Genäht ist der Poncho aus Lamm Fleece – ebenfalls ein Trend, den ich sehr gut nachvollziehen kann – denn der Stoff ist wunderschön und richtig warm und kuschelig. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Farbe schon als „Senfgelb“ durchgeht, aber ich habe das Gefühl, dass hier die Vorstellungen sowieso stark voneinander abweichen. Jedenfalls ist das Gelb in Natur wesentlich weniger knallig, als auf den Bildern und geht schon stark in Richtung Ocker.

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Zu guter Letzt habe ich mir noch ein Ringelshirt genäht (von dem man unter dem Poncho nicht allzu viel erkennen kann)
Ich denke, dass ich es allein eher nicht zu dieser Hose tragen werde, (dafür kann ich es wunderbar mit meinen blauen Jeans kombinieren…) aber in Kombination mit dem Poncho passt es ganz gut, finde ich.

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Eigentlich sollte es ein „HighNeck Shirt“ von Sewera werden. Als es aber fertig war habe ich beschlossen, dass mir „HighNeck“ in Kombination mit Streifen doch zu viel ist und so habe ich den Ausschnitt vergrößert und mit Beleg versäubert. Sonst bin ich ziemlich zufrieden mit der Passform des Shirts, ich musste nur an der Taille etwas wegnehmen sowie an der Naht im Rücken (Bevor ich das gemacht habe, liefen die Streifen wirklich perfekt, ich schwöre es ^^)

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Ich musste nicht einmal eine Ausnahme für meine Arme und meinen oberen Rücken machen, (die brauchen ja meist Gr. 36 oder oft eig. sogar noch mehr…) sondern konnte es komplett in Größe 34 nähen.
Ich habe definitiv vor es noch einmal mit einem „HighNeck“ zu nähen, aber lieber einfärbig, vielleicht sogar in schwarz – davon ist mir nämlich, seit alles so bunt ist, nur noch wenig geblieben.

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Im letzten Beitrag habe ich euch erzählt, dass ich das Stricken für mich entdeckt habe und nachdem normale Zopfmuster kein Problem waren, musste ich auch gleich das wunderschöne Keltenmuster ausprobieren.

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Auch dazu habe ich bei „lisibloggt“ eine detaillierte Anleitung gefunden. Leider ist mir das Stirnband diesmal etwas zu lang geworden und beim Umhäkeln hätte ich wohl eine kleinere Nadelgröße wählen sollen, denn jetzt rollt es sich immer ein und den Knopf hinten (von dem ich leider kein Bild habe) musste ich sehr weit nach innen versetzen, damit es mir nicht vom Kopf rutscht und so steht ein kleiner Zipfel über. Aber ich habe es auch erst einmal nur probehalber aus irgendeinem Acrylrest gestrickt.
Und das Tuch kennt ihr schon aus meinem letzten Beitrag, aber es passt auch hier wunderbar dazu. Überhaupt lässt es sich großartig kombinieren.

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Wie ihr seht bin ich also immer noch nicht wieder komplett von meinen Vorsätzen für ein gezielteres Nähen abgekommen (was mich selbst wahrscheinlich am meisten überrascht), sondern versuche meinen Kasten hauptsächlich mit Stücken aufzufüllen, die mir noch „fehlen“ und darauf zu achten, dass alles ein wenig besser kombinierbar wird.

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Alles auf einen Blick:

Poncho:
Schnitt: nach Anleitung von „Stoffe-hemmers“
Stoff: Lamm Fleece von Irias‘ Stoffgeschichten

Shirt:
Schnitt: High-Neck-Shirt von Sewera
Stoff: gestreifter Jersey (Kombistoff von Elephant Parade) von Irias‘ Stoffgeschichten

Hose:
Schnitt: „PhinoChino“ kombiniert mit Bikerleggings Biggi von FeeFee Faschion
Stoff: rostroter Punto di Roma von Irias‘ Stoffgeschichten

Stirnband:
Anleitung von lisibloggt
Wolle: gelbe Acrylwollreste
Nadelstärke 3
Verlinkt zu:
Du für dich am Donnerstag
Sew La La
Woman on Fire
The Creative Lover

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5 Kommentare zu „Noch mehr Farbe für meinen Kasten“

  1. Richtig schöne Winterfotos sind das mit den warmen Farben, die du vernäht und gestrickt hast. Ich mag das Outfit sehr und die Spaziergänge im Haus haben sich für die Hose definitiv gelohnt. Viele Grüße, Ina

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  2. Die Hose ist genial! Ich möchte auch so eine! Habe die Biggi auch noch auf der Festplatte und einen Lederjersey dafür vorgesehen. Romanit ist aber auch ein richtig guter Tipp. Danke 🙂
    Viele liebe Grüße, Lin

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