Meine traumhafte Jacke Tarella- und plötzlich ist fast alles selbstgemacht

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Schon seit Anfang Dezember, dem Zeitpunkt zudem ich meinen letzten Stich an dieser Jacke getan habe, brenne ich darauf, sie herzuzeigen. Es ist wirklich ein absolutes Lieblingsstück geworden, eins das mir schon so viel Freude bereitet, wenn ich es nur hängen sehe.
Aber ich habe gewartet, so wie ich im letzten Beitrag geschrieben habe, und zwar auf die Sonne, welche sich leider nicht wirklich blicken lassen wollte (außer zu Zeiten, zu denen keine Zeit war und sobald wir den Fotoapparat geholt haben, ist sie wieder verschwunden…)
Naja, nachdem die Sonne beschlossen hat, nicht kooperativ zu sein, hat es zumindest wieder einmal geschneit (oder besser gesagt, es hat geeist, denn es war so kalt, dass nicht Schneeflocken sondern Eiszapfen vom Himmel gefallen sind) und Schnee passt doch eigentlich noch viel besser zu dieser Jacke. Obwohl es sicherlich viel wärmer gewesen wäre, hätten wir sie in der Sonne fotographiert (sogar dem Apparat war eigentlich zu kalt…)

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Nichtsdestotrotz kann ich sie euch nun endlich zeigen, meine neue Jacke, genäht nach dem traumhaften Schnittmuster „Tarella“ von Goldmantel. Goldmantel kannte ich noch gar nicht, bis die liebe Lena von Traumnaht ihren Herbstmantel auf Facebook zeigte.
So stellte ich fest, dass es dort wirklich viel zu viele schöne Schnittmuster gibt, denn so viele Jacken und Mäntel werde ich mir sicherlich nie nähen.
Aber Tarella hat es mir von allen besonders angetan. So wunderschön speziell mit den nach vorne versetzten Seitennähten und dem Bogen mit der Kellerfalte im Rücken. Auch die Kapuzenform liebe ich sehr, weil sie sich vom Halsausschnitt weg sogar noch einmal ein wenig verschmälert. Ich finde das sieht elegant aus und ist außerdem noch sehr praktisch.

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Die Jacke hat meiner Meinung nach diesen schönen Flair vergangener Tage und wirkt gleichzeitig trotzdem modern. So stört auch der Reißverschluss nicht. Zuerst habe ich überlegt, ob ich, um den Charakter zu erhalten, stattdessen lieber Knöpfe verwenden sollte oder den Reißverschluss zumindest verstecken, aber ein Reißverschluss ist dann doch wesentlich weniger zugig und auf Bastelarbeit am Schnitt hatte ich gerade keine Lust. Irgendwie gehört der Reißverschluss einfach zu dem Jackenschnitt und fügt sich perfekt ins Bild ein. (ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum ich immer so auf Reißverschlüssen herumreite und Knöpfe eindeutig bevorzuge, ein Reißverschluss ist nämlich eigentlich auch schneller eingenäht…)

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Außerdem habe ich überlegt, ob ich an der Jacke oben oder unten noch zwei oder mehr Knebelknöpfe befestige, beziehungsweise den Knopf an der Kellerfalte im Rücken, wie im Bespiel. Oder, ob ich innen entlang des Reißverschlusses und der Kapuze vielleicht ein Spitzenband annähen sollte. Aber das wollte ich alles erst entscheiden, sobald die Jacke sonst fertig vor mir läge. Als sie das tat, gefiel sie mir in ihrer Schlichtheit so gut, dass ich sie nicht weiter „aufhübschen“ wollte. Nur den Knopf im Rücken hätte ich vielleicht noch angenäht, wäre mir nicht dann der Gedanke gekommen, dass dieser sicherlich auch ungut in den Rücken drücken könnte, sobald man sich damit irgendwo anlehnt….

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Die einzigen Änderungen, die ich vielleicht noch durchführen werde, sind: einerseits den Reißverschluss und die Kapuze abzusteppen und andererseits die Eingriffstaschen von unten mit der Hand noch etwas weiter zuzunähen, denn der ist schon ein wenig gar riesig.

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Abgesehen von den vielleicht etwas groß geratenen Taschen, finde ich die Schnittführung und die Passform der Jacke unglaublich gut gelungen. Auch wenn ich zu Beginn wirklich sehr verunsichert war, welche Größe ich nähen sollte und ob auch alles passen würde. Gerade bei Jackenschnittmustern finde ich das sehr schwer einzuschätzen, denn die Passform hängt eben nicht nur von den Körpermaßen ab, sondern auch davon, welches Futter verwendet wird und wie viele Schichten man noch darunter tragen könnte/möchte. Jeder Schnittmusterersteller rechnet dafür eine andere Zugabe ein.

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Das Ebook war diesbezüglich leider nicht sehr hilfreich, es werden wirklich nur die Nähschritte selbst erklärt und das auch nicht ganz so ausführlich, wie man es vielleicht von einigen anderen Ebooks gewohnt ist. Aber ich finde sie definitiv mehr als ausreichend. Nur erfährt man über die Passform eben nicht mehr, als das, was in der Artikelbeschreibung schon steht.
Das und die Tatsache, dass ich mit meinem Brustmaß schon zwischen Größe 36 und 38 lag, ich aber auch damals bei meinem Mantel (und oft auch bei vielen anderen Kleidungsstücken) wegen meiner Körpergröße Größe 34 nähen musste, um nicht komplett darin zu versinken, machte mir die Einschätzung sehr schwer.

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Außerdem existiert für jede Größe eine eigene Datei, wodurch man auch nicht einfach zwischen den Größen hin und her springen kann.
Deswegen beschloss ich ein komplettes Probestück (sonst nähe ich, wenn ich ein Probestück nähe immer nur den Brustbereich mit kurzen Ärmeln aus Nesselstoff) in Größe 36 zu nähen. Ich hatte von meinem Riesenkalmar gerade ausreichend blaues Fleece dafür übrig. So konnte ich zum einen die Passform gut abschätzen, zum anderen konnte ich es unter die fertige Überjacke anziehen, um zu sehen, ob ich einen so dicken Futterstoff dafür verwenden könnte. Mir schwebte nämlich von Anfang an etwas dickeres, als Viskosefutter vor.

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Und das Probestück ergab, dass Größe 36 zwar an manchen Stellen schon eher etwas groß an mir ausfällt – gut zu sehen an den Schulternähten, die etwas zu weit außen sitzen und auch oberhalb der Brust sitzt sie einen kleinen Tick zu locker – wodurch ich aber ein dickes Futter verwenden konnte und sogar noch einen Pullover drunter tragen kann.
Aufgrund der etwas weiter außen liegenden Schulternähte, habe ich beschlossen auf die kleinen hoch gestellten Puffärmel zu verzichten, denn ich denke, die sehen wirklich nur gut aus, wenn die Naht perfekt sitzt und ich hatte einfach keine Lust, so lange mit dem Schnitt zu spielen, bis sie passen würden.
Sollte ich mir allerdings noch eine luftigere Jacke nach dem Schnitt nähen, und das habe ich wirklich fest vor, denn ich finde den Schnitt einfach großartig, werde ich sicherlich die kleinere Größe wählen und vermutlich auch noch ein wenig anpassen müssen.

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Nachdem ich also wusste, dass mir die Jacke passen würde, hatte ich wirklich gar keine Probleme mehr beim Nähen. Es ging mir flott von der Hand und bis auf die selbstverschuldete Welle vorne im Saum, die sich dadurch ergibt, dass ich gegen den Willen des Ebooks die Säume miteinander verbunden und nicht einzeln gesäumt habe, existieren tatsächlich auch keine Nähfehler, sogar die Kellerfalte ist mir auf Anhieb schön gelungen und nicht, wie sonst, verrutscht.

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Genäht habe ich meine Jacke aus einem wunderschönen Wollmischstoff, in den ich von Anfang an bis über beide Ohren verliebt war. Ich liebe seine extrem grobe Webstruktur. Allerdings muss man ihn eben wegen dieser Struktur auch unbedingt sofort nach dem Zuschneiden abnähen.
Und direkt auf der Haut könnte ich ihn nicht tragen, denn er kratzt schon etwas – ungefähr so sehr wie Walkloden – allerdings hat sich das nach dem Waschen etwas gelegt. Denn der große Vorteil gegenüber Walkloden ist, er lässt sich wunderbar im Wollwaschprogramm in der Waschmaschine waschen und läuft dabei auch nicht wirklich ein. (Vorsichtshalber habe ich das nämlich einmal mit einem 10 x 10 cm Stück getestet und das war danach immer noch genauso groß).

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Genauso sehr, wie es für mich von Anfang an feststand, dass ich genau diesen Schnitt aus genau diesem Stoff nähen würde, genauso wenig wusste ich, welches Futter ich verwenden sollte. Von einfarbig über richtig bunt bis hin zu einem dezenten Musterstoff spukte alles einmal in meinem Kopf herum, genauso wie die verschiedensten Stoffarten von Viskose und Musselin über Jersey bis zu Fleece.
Diese Entscheidung konnte ich auch recht lang vor mir herschieben, denn ich nähte zuerst die Überjacke, um zumindest die Stoffart schon etwas eindämmen zu können. Danach fielen zumindest Viskose, Musselin und Baumwollwebware schon einmal raus. Aber irgendwie auch all die anderen Stoffe, die ich mir in meinem Kopf schon sorgfältig zurechtgedacht hatte. Keine Farbe und kein Muster wollte so recht dazu passen, bis ich die Jacke probehalber auf den rosafarbenen „Vintagesweat“ legte, den ich eigentlich schon für ein anderes Projekt vorgesehen hatte.

 

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Zuerst war ich mir nicht sicher, ob mir die Kombination gefiel, oder ob ich sie schrecklich fand, aber je länger die zwei Stoffe beieinander lagen, desto klarer wurde mir, dass ich wohl ab jetzt keine andere Wahl mehr haben würde, als diesen Stoff zu verwenden, auch wenn ich mir immer noch nicht sicher, war, ob das Endergebnis nicht furchtbar aussehen würde. Aber jetzt bin ich einfach nur so froh ihn gewählt zu haben.

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Durch den dicken Sweat unter der Wolle hält die Jacke auch wirklich sehr gut warm. Viel wärmer, als ich eigentlich gedacht hätte, denn sie ist auch ziemlich windundurchlässig, obwohl man gegens Licht eigentlich richtig gut durch den Wollstoff durchschauen kann…
Gleichzeitig hält man es mit der Jacke aber auch einige Zeit im Warmen aus. Ich denke also, dass es die perfekte Übergangsjacke sein wird, obwohl sie eben auch sehr gut wintertauglich ist. Allerdings bräuchte ich dazu auch eine ebenso wintertaugliche Hose….

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Neben der Jacke könnt ihr auch eins meiner ersten Strickwerke begutachten. Während ich nämlich über die Weihnachtsfeiertage zu krank war, um mich viel zu bewegen, aber zu munter, um die ganze Zeit zu schlafen, packte mich plötzlich die Stricklust. Als Kind habe ich sehr gerne Schals gestrickt, allerdings beschränkte sich mein Repertoire immer nur auf rechte und linke Maschen. Loch- oder Zopfmuster habe ich immer nur von Weitem bewundert.
Aber gerade Zopfmuster wollte ich schon länger einmal lernen. Also fand ich nach kurzer Anleitungssuche die Seite „lisibloggt“, wo es wirklich viele, richtig gut erklärte Anleitungen zu Mustern gibt. Und zu meiner Überraschung braucht man für ein Zopfmuster auch nichts anderes als rechte und linke Maschen.
Zusätzlich zum Näh- und Häkelfieber, bin ich nun also auch dem Strickfieber verfallen (wo auch immer ich jetzt noch die Zeit für all das hernehmen soll…)

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Sogar die Knöpfe, die ich auf das Stirnband genäht habe, haben wir in einem Anfall von „Ich brauche unbedingt schöne große Holzknöpfe für diesen Cardigan“ gemacht. Dafür haben wir einen trockenen Ast aus dem Feuerholz gerettet, in Scheiben geschnitten, mein liebster Mann hat mir dann mit der Bohrmaschine kleine Löcher hineingebohrt. Dann wurden sie geschliffen und zum Schluss haben wir sie in Olivenöl gelegt.
Als sie dann am Cardigan befestigt waren bin ich erst draufgekommen, dass sie durch ihre raue Oberfläche verdammt schwer zu knöpfen sind und dabei dann auch noch leicht splittern. Außerdem kann es gut sein, dass sie nicht waschmaschinentauglich sind, also habe ich sie sofort wieder abgetrennt. Aber als Verzierung auf Stirnbändern eignen sie sich perfekt.

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Auch den Loop habe ich wieder selbst gehäkelt wieder aus einem wunderschönen Farbverlaufsgarn von Maggie P namens „Ladies and Gentlemen“. Diese Farbzusammenstellung hatte es mir von Anfang an angetan (so wie viele andere aus dem Sortiment…) und nachdem ich mit meinem letzten Loop (hier) herausgefunden hatte, dass ich das Kratzen von Merinohaar ganz gut ertragen kann, habe ich mich zu Weihnachten gleich mit ein paar, der schönen Verlaufsgarne eingedeckt.

Jetzt fehlen nur noch die passenden Handschuhe, das Garn dafür läge sogar schon bereit, aber ich glaube, um Handschuhe stricken zu können, muss ich meine neu gewonnene Strickfähigkeit noch ein klein wenig ausbauen.

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Auf einen Blick:
Schnitt: Jacke Tarella von Goldmantel
Stoff: Wollmischstoff „Nostalgie“
und Vintage Sweat von Irias‘ Stoffgeschichten
Reißverschluss: „riri“ Metallreißverschluss, altsilber, 75 cm von Irias‘ Stoffgeschichten

Loop: begonnen mit dem Muster Bruinen, dann Phantasiemuster
Maschenanschlag: 301
Nadelnr.: 4
Wolle: Farbverlaufsgarn „Ladies & Gentlemen“ , Merino 4- fädig von Maggie-P-Wollträume

Stirnband: Anleitung von lisibloggt
Nadelnr.: 5
Wolle: Wolle aus dem Vorrat für Nadelstärke 7-8
Knöpfe: selbstgemacht

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Verlinkt zu:
Du für dich am Donnerstag
Sew La La
Woman on Fire
The Creative Lovers

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5 Kommentare zu „Meine traumhafte Jacke Tarella- und plötzlich ist fast alles selbstgemacht“

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