Nava und meine Nähgewohnheiten- Teil 2

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Vor schon etwas längerer Zeit habe ich eine Blogpostreihe begonnen in der es um meine persönlichen Nähgewohnheiten geht. Damals habe ich gesagt, um sie fortzusetzen brauche ich unbedingt ein Nähwerk zu dem ich nicht allzuviel zu sagen habe. (was bei mir scheinbar ziemlich unmöglich ist, denn mir fallen immer unglaublich viele Informationen ein, die ich als extrem essentiell betrachte…-)

Nava-naehen-Jojolino-Loop-haekeln

Jetzt habe ich, glaub ich, ein solches gefunden. Und ich hab nicht so wenig dazu zu sagen, weil es so langweilig ist, sondern eher, weil es ein schnell genähtes, unproblematisches und einfaches Shirt ist, das aber trotzdem sehr viel her macht. Vielleicht hat der eine oder andere schon die Handschrift erkannt, wenn er nicht sogar den Schnitt kennt, (mir geht’s zumindest öfter so, dass ich einen Schnitt sehe und sofort einem Designer zuordnen kann – ich glaube, ich entwickle mich zum absoluten „Nähnerd“…) es ist eine Nava von Jojolino.

Nava-naehen-Jojolino-herbstlich-Viskose-laessiges-Shirt

Genäht habe ich sie aus dunkelblauem Wintersweat und der Viskosewebware „Rundschild“, weil ich den Kontrast von sehr dickem und sehr dünnem Stoff sehr interessant finde. Wegen des Sweats habe ich den Schnitt eine Größe größer genäht, musste es dann aber doch stark an den Seitennähten verschmälern, sonst hätte es doch recht sackartig ausgesehen. Außerdem habe ich den oberen Teil soweit gekürzt, damit er auf Höhe meiner Taille schon endet. Die Viskose habe ich mit 30 cm zugeschnitten, sie hätte aber jetzt im Nachhinein betrachtet etwas länger sein können. Abgesehen davon mag ich meine Nava sehr. Besonders die Mischung von lässig und doch verspielt gefällt mir wahnsinnig gut.

Eisblume-Haekelloop-haekeln

Übrigens habe ich mir auch den Loop wieder selbstgehäkelt. Diesmal habe ich mich getraut und Merino Wolle ausprobiert, obwohl mich normalerweise jede Wolle kratzt. Aber Wolle hält so wundervoll warm, also wollte ich ihr noch eine Chance geben. Ich dachte mir, sollte mich mein Loop im Endeffekt doch zu sehr kratzen, verschenke ich ihn einfach. Aber er gefällt mir so gut mit dem dezenten Farbverlauf, dass ich ihn gar nicht verschenken könnte, wenn ich müsste. Zum Glück muss ich nicht, denn das Kratzen hält sich stark in Grenzen und nach einiger Zeit spüre ich es gar nicht mehr. So weich, wie mein Viskosetuch ist er allerdings nicht.
Dafür war das Muster „Eismuschel“ sehr viel schneller gehäkelt und ich musste auch gar nichts anpassen. Leider weiß ich nicht mehr genau, wieviele Maschen ich angeschlagen habe, aber es waren eher wenig, sodass ich mit 800m bei einer Nadelstärke von 4 gut ausgekommen bin.

Tuch-haeklen-Eisblume-Loop

Aber bevor mir jetzt doch noch extrem essentielle Informationen einfallen, mach ich lieber schnell bei meinen Nähgewohnheiten weiter.
Zuschneiden:

Ich glaube für mich gibt es beim Nähen nichts, was ich weniger mag, als das Zuschneiden. Oft dauert es auch beinahe genauso lang, wie der Nähvorgang selbst. Besonders bei großen Kleidungsstücken, wie Kleidern hasse ich das herumfalten der Stoffmassen bis endlich alles schön im Bruch liegt. Am schlimmsten ist es, wenn ich auch noch auf Muster achten muss/soll. Bei den meisten Mustern mache ich mir die Mühe nicht, aber bei Streifen bin ich mittlerweile ein bisschen penibler geworden. Obwohl sie mich meist in den Wahnsinn treiben, denn bis ein Teil im Bruch gerade aufeinander liegt und dann das andere Teil so liegt, dass es gerade ist und ganz genau auf derselben Höhe liegt, wie das Teil davor, vergehen Stunden. Ganz besonders schlimm wird es, wenn der Stoff auch noch sehr rutschig ist. Beim Nähen stört mich das gar nicht so, aber beim Zuschneiden…..

Nava-naehen-Shirt-Jojolino-Rundschild

Außerdem möchte ich immer so wenig Verschnitt, wie möglich produzieren und wenn Verschnitt, dann besser ein einzelnes größeres Teil.
Oft bleibt aber gar nicht so viel übrig, denn, wie ich schon öfter erwähnt habe, bin ich ein „notorisch-zu-wenig-Stoff-Einplaner“. Also muss ich zu allem Überfluss auch oft noch Tetris spielen oder mir sogar Alternativen einfallen lassen und einen Kombinationsstoff finden, was wieder durch meine Entscheidungsunfreude gebremst wird.

 

Nava-naehen-Jojolino-Wintersweat-Rundschild-Viskose

Was ich auch überhaupt nicht leiden kann ist, wenn ich beim Zuschneiden auch noch die Nahtzugabe hinzufügen muss, denn ich zeichne mir schon seit sehr langer Zeit die Nahtlinie nicht mehr ein. Mit Kreide auf Jersey zu zeichnen ist durch das Dehnen des Stoffes nämlich eine furchtbar nervenaufreibende Angelegenheit. Außerdem schaffe ich es immer wieder, sie noch vor dem Nähen abzuwischen und bei dem selbst- und wasserauflösenden Stift sowieso. Die benutze ich nur zum Anzeichnen von Positionen und da mache ich erst direkt, wenn ich bei diesem Nähschritt angekommen bin.
Statt der angezeichneten Nahtzugabe gehe ich also von einer perfekt konstanten Nahtzugabe aus und richte mich nach den Linien an meiner Nähmaschine. Deswegen füge ich sie mir mittlerweile auch bei jedem Schnitt gleich hinzu. (Nur bei gewissen älteren Schnitten fehlt sie noch…)

Nava-naehen-Jojolino-Ebook

Ein bisschen besser ist meine Abneigung dem Zuschneiden gegenüber geworden seit ich das Meiste mit Rollschneider und Schneidematte zuschneide. Nur die Bündchen schneide ich mit der Schere zu, denn damit sie einen schön gleichmäßigen Abstand haben, habe ich einen Trick herausgefunden. Und zwar hat unser Esstisch in regelmäßigen Abständen eingearbeitete Rillen. Die Erste ist zu meinem Glück bei genau 4cm und dann geht es in 8cm Schritten weiter. Ich lege also das Bündchen an die Tischkante und führe die Schere in der Rille. Aber weil ich die Bündchen meist erst mitten im Nähprozess zuschneide zählen sie auch nicht unbedingt zu meinem verhassten Zuschneidevorgang.

Nava-naehen-Loop-haekeln-Farbverlaufsgarn-grau

Ich muss auf jeden Fall ein sehr lustiges Bild dabei abgeben, denn ich werde währenddessen nicht selten aus-verzeihung an- gelacht. Aber gut, ich sitze auch meist seltsam verrenkt und fluchend am Boden und bewege mich dabei angeblich wie ein Tintenfisch.

Bügeln:

Zugegebener Maßen war ich lange Zeit sehr bügelfaul. Allerdings habe ich lange Zeit hauptsächlich dehnbare Materialien vernäht und da ist bügeln oft eher hinderlich, weil die Kanten sich dadurch nur noch mehr aufrollen. Auch den Saum oder Taschenkanten habe ich nie gebügelt, sondern immer mit den Fingern zurechtgezupft und plattgedrückt, das funktioniert in den meisten Fällen auch ganz gut. Für Taschen und Belegkanten hatte ich auch sehr schnell eine „Fingerzerreibtechnik“ entwickelt, mit der ich bügellos schöne Kanten bekomme. Denn der Aufwand das Bügelbrett aus dem einen Winkel des Hauses zu holen und das Bügeleisen aus dem anderen Winkel des Hauses zu holen und alles aufzubauen und danach wieder zu verstauen und das für nur eine einzige Kante, ist es mir einfach nicht wert.

Nava-naehen-Jojolino-Viskose-Wintersweat

Genauso geht es mir, wenn ich nur ein bisschen Vlieselin zur Verstärkung eines Kragens oder einer Knopfleiste aufbügeln muss. Oft nähe ich einfach stattdessen feste Baumwolle zwischen die Lagen.
Anfangs habe ich auch Webware wenig, bis gar nicht gebügelt, aber ich habe schnell erkannt, dass ich hier nicht wirklich ums bügeln herumkomme, wenn ich schöne Ergebnisse haben möchte.

 

Nava-naehen-Jojolino-Wintersweat-dunkelblau-irias-stoffgeschichten

Außerdem habe ich irgendwann gelesen, dass man durch viel Bügeln dem Verziehen entgegenwirken kann und der Stoff dadurch viel langlebiger wird, weil sich nämlich besonders die Kettfäden beim Waschen mehr zusammenziehen, als die Schlussfäden und man sie durch das Bügeln wieder weicher macht und in Form bringt. Seitdem bügle ich auch meine Webwarenwäsche. Davor habe ich sie nämlich einfach immer so zum Trocknen aufgehängt, dass so wenig Falten wie möglich entstehen und das Bügeln ausgelassen.

Nava-naehen-Viskose-Rundschild

So für heute wars das auch schon wieder. Beim nächsten Mal erzähle ich euch dann etwas mehr über meine Nähanfänge und Nähmaschinen.
Der Beitrag macht dann hoffentlich wieder mehr Lust aufs Nähen. Denn nach dem heutigen könnte man sich wahrscheinlich fragen, warum ich eigentlich nähe und wie ich es jemals über das Zuschneiden hinausschaffe. Aber der Rest des Nähvorgangs bereitet mir so viel Freude, dass ich diese kleinen Unannehmlichkeiten hinnehme. Vor allem, weil man das Zuschneiden vorm Nähen machen muss. Ich bin mir nicht sicher, ob jemals ein Kleidungsstück fertig werden würde, wenn man das erst danach tun müsste.

Was mögt ihr am Nähen am allerwenigsten? Bügeln, Zuschneiden, oder doch etwas ganz anderes?

Jojolino-naehen-Nava-Viskose-haekeln-Loop

Alle Infos auf einen Blick:
Schnitt: Nava von Jojolino
Stoff: dunkelblauer Wintersweat
Viskose „Rundschild“ von Irias‘ Stoffgeschichten
Wolle: Merino Wolle 4-fädig „Rapsodien in Grau“ von Maggie P Wollträume
Häkelschrift: „Eismuschel“ von Streifgetier

Hier geht’s zum ersten Teil meiner Nähgewohnheiten: https://elfenzwirn.com/2018/05/10/my-yara-und-meine-naehgewohnheiten-teil-1/

Verlinkt zu:
Du für dich am Donnerstag
Sew La La
Create in Austria
Woman on Fire

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4 Kommentare zu „Nava und meine Nähgewohnheiten- Teil 2“

  1. Liebe Iris, für den Teil mit dem Zuschneiden könnte ich dich drücken. Ich hasse das auch inbrünstig! Entweder es rutscht oder der Stoff klebt aufeinander. Am Ende lande ich meistens vom Tisch auf dem Fußboden, weil ich da mehr Platz habe und gerade beim Zuschnitt von Kleidern auf den Knien rumrutsche bis sie mir wehtun (wir haben Fliesen im Wohnzimmer). Ich nähe auch dreimal lieber als das ich zuschneide. Die Nahtzugabe schneide ich mit Augenmaß zu. Da bin ich nicht zimperlich. Allerdings konzentriere ich mich immer sehr beim Zuschneiden, damit ich nichts verschnipple. Das würde ich als Verschwendung ansehen. Auch wenn ich immer reichlich Stoff für ein Projekt kaufe, sehe ich zu so wenig wie möglich Verschnitt zu haben. Könnte ja noch für ein Röckchen oder ein paar Stulpen reichen. Freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag zu den Nähgewohnheiten. LG Undine

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    1. Hihi, na zum Glück geht’s dir da wie mir, das finde ich super! Ich frag mich auch immer, wenn ich lese „Ich hab mir für’s Wochenende schon einmal 4-5 Teile zugeschnitten“, wie man das durchstehen kann ^^
      Ich beginne immer gleich am Fußboden, wo in regelmäßigen Abständen die Hunde drüber laufen, obwohl ich am Tisch eigentlich genug Platz hätte, aber mit meinen kurzen Ärmchen komm ich nur bis zur Tischhälfte und das ist auf Dauer noch viel mühsamer…
      Ja, ich versuche auch immer trotz Stoffknappheit so viel übrig zu lassen, dass sich noch etwas daraus ausgeht XD
      Vielen lieben Dank und liebe Grüße
      Iris

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  2. musste sehr lachen bei diesem Post… überhaupt finde ich Deinen Blog klasse: bei Dir gibt es einen ganz eigenständigen Nähhumor ohe Koketterie wie sonst oft, gefällt mir total gut 🙂
    Was die Plackerei mit dem Zuschneiden angeht: mir geht es ähnlich. Streifen habe ich ganz aus meinem Nähprogramm genommen. Habe mir auch schon vorgenommem, nur noch Schnittmusster mit Nahtzugabe zu kaufen, halte es dann aber doch nicht durch und ärgere mich anschließend tüchtig.
    Manchmal, wenn ich Zeit habe, gefällt mir aber auch grade das Puzzle-Spiel beim Zuschnitt, soviel Stoff am Stück wie möglich übrig zu haben..,
    Was ich nämlich noch viel weniger mag als Zuschneiden ist: Fäden vernähen! Grrrr… da hat man so schön genäht und ist gefühlt fertig, und dann dauert es manchmal nochmal genauso lang, wie das Nähen selbst… und es ist leider tatsächlich der letzte Schritt… so hängen die Sachen manchmal noch tagelang rum bis ich mich erbarme…

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    1. oh vielen, lieben Dank, das freut mich sehr 🙂
      Um Streifen ganz aus meinem Nähprogramm zu streichen mag ich sie zu sehr, aber ich nehm es oft dann einfach nicht so genau und mache es irgendwie, vor allem, seit ich gesehen habe, dass bei fast allen gekauften Sachen die Streifen nicht zusammenlaufen…
      Das mit den Schnittmustern könnte ich auch nicht einhalten…aber ich glaube das Puzzle- Spiel werd ich nie wirklich mögen – das könnte aber auch daran liegen, dass ich eben meist zu wenig Stoff habe und es sich dann grad ausgeht, die Sache würde eventuell anders aussehen, wenn mir auch noch ein großes Stück Stoff überbleiben würde ^^
      Und, um ganz ehrlich zu sein, habe ich fast noch nie einen Faden vernäht – die Overlockfäden schneide ich immer einfach ganz knapp ab und bis jetzt hat sich noch keiner aufgetrennt und mit der Nähmaschine rattere ich einfach ziemlich oft über Anfang und Ende…dafür hängen die fertigen Sachen bei mir oft tagelang, weil ich den letzten Knopf nicht annähen möchte XD
      Ganz liebe Grüße
      Iris

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