Lotte und Ludwig – Eine alte Liebe auf neuen Pfaden

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Wenn mich jemand mitten in der Nacht aufwecken würde um zu fragen: „Welches ist dein Liebstes Stück in deinem Kasten?“ dann würde ich ihn wahrscheinlich wütend anknurren und mich wegdrehen, würde ich wahrscheinlich antworten: „Mein weißes „Irenes‘ Kleid“ (hier zu sehen)
Jedesmal, wenn ich mir etwas zum Anziehen heraussuche und es sehe, hüpft mein Herz vor Freude. Und es hängt nicht nur in meinem Kasten, ich trage es auch gerne, aber nicht zu jedem Anlass, denn dafür habe ich es einfach viel zu gern.

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Jetzt hat dieses Kleid große Konkurrenz bekommen, denn ich habe mir ein zweites „Irenes‘ Kleid“ genäht. (das wollte ich auch wirklich schon ewig unbedingt tun…) Denn seit dieser Woche bietet Svenja von Lotte&Ludwig, gemeinsam mit ein paar anderen großartigen Schnitten, es nicht nur als Ebook sondern auch als Papierschnittmuster an, auf ihrer brandneuen Internetseite. Und diese Papierschnittmuster gibt es jetzt natürlich auch bei Irias‘ Stoffgeschichten zu kaufen. (Und das musste alles passieren, damit ich mir endlich ein zweites Kleid nähe…)

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Zwischendurch hatte ich mir sogar schon einmal eines zugeschnitten, aber dann nicht gleich genäht und jetzt finde ich die Teile nicht mehr. Sie sind einfach wie vom Erdboden verschluckt!

 

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Naja, jedenfalls werde ich es sofort nähen, sobald ich es wiederfinde, denn die Liebe ist neu entfacht und ich bin fest entschlossen diesmal nicht so viel Zeit verstreichen zu lassen.
Das neue Kleid ist nämlich wesentlich alltagstauglicher und ich weiß jetzt schon, dass ich diesen Herbst sooft dazu greifen werde, dass es wahrscheinlich viel zu schnell auseinanderfällt.

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Dass ich den Viskose-Leinen-Stoff mit dieser atemberaubend schönen Farbe – irgendetwas zwischen petrol und blau – für etwas ganz Besonderes aufheben musste, war mir sofort klar. Zuerst dachte ich an eine Tuva oder einen weiten Faltenrock und hätte ihn einmal schon fast angeschnitten, aber etwas in mir sagte mir, dass sei einfach nicht ganz das Richtige. Zum Glück habe ich untypischerweise auf mich gehört und gewartet.

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Aber, obwohl ich die Farbe wunderschön finde, hatte ich bedenken, dass mir ein ganz einfarbiges Kleid zu schlicht werden würde. Ich brauche immer irgendetwas Zierendes und wenn es nur ein ganz zartes Muster oder ein dünnes Zierband ist. Eben das gewisse Etwas, das mein Werk individueller macht. (Dazu habe ich übrigens bei Petersilie und Co gerade in ihrem Modehoroskop gelesen, dass das scheinbar typisch für mich als Waage ist – auch wenn ich eigentlich nicht unbedingt an Horoskope glaube, trifft mich irgendwie jede einzelne Waagebeschreibung, die ich je gehört habe ziemlich perfekt…. Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass für dich, wenn du als Waage auf die Welt kommst, erst einmal der gesamte, unwirtliche, eiskalte Winter vor dir liegt – das prägt doch sicher die Persönlichkeit ^^)

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Weil ich aber irgendwie gar keine Idee hatte, was dieses „Etwas“ sein könnte, wollte ich einfach einmal das Kleid nähen und vielleicht zum Schluss irgendwo mit Spitze verzieren, oder sogar mit ein paar Zierstichen besticken, meine Nähmaschine hat davon nämlich gar keine so kleine Auswahl. Außerdem wollte ich mir zuerst ansehen, was die Wahl der Knöpfe bewirkt und diese wollte ich wiederum erst treffen, wenn ich das gesamte Oberteil in Grundzügen vor mir liegen haben würde.

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Als das Oberteil also fertig war, legte ich all die Knöpfe auf, die mir vorher schon als Möglichkeiten im Kopf herumgeschwirrt waren. Aber ein richtiges Wow-Erlebnis stellte sich nicht ein. Sie waren alle hübsch dazu, ohne Frage, aber eben auch einfach nur hübsch. Dann legte ich, hauptsächlich, weil ich sehen wollte, wie die Größe der Knöpfe passen würde und ein ganz kleines Bisschen, weil es mich doch interessierte, die orangen Kokosknöpfe auf.

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Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich sie nicht auch nur ansatzweise in Betracht gezogen, denn so heftige Farbkontraste mag ich an mir eigentlich nicht so gern. Ich habe mich auch in der Schule strikt geweigert meine Bilder mit Komplementärfarben zu malen, auch wenn das gerade der Unterrichtsstoff war. Das kann ich nicht einmal wirklich begründen, aber ich wollte das einfach nie.

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Zu meiner großen Überraschung, fand ich aber gar nicht furchtbar, was ich sah, im Gegenteil es gefiel mir sogar. Das konnte ich mir aber nicht sofort eingestehen, also räumte ich die Knöpfe schnell wieder weg und überlegte, welche der anderen Knöpfe ich denn nun verwenden könnte.
Aber die orangen Knöpfe ließen mich nicht mehr los und so begann ich langsam darüber nachzudenken, wie ich denn einen stimmigen Übergang zum Kleid schaffen könnte.

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Es dauerte etwas, und ich war eigentlich schon wieder drauf und dran, mich für andere Knöpfe zu entscheiden, aber dann kam mir die Idee mit dem Schrägband. Und so war es besiegelt und ich betrat kontrastreiches Neuland.

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Das Aufnähen des Schrägbandes war gar nicht so wenig Aufwand, denn ich wollte, dass die Streifen wirklich schön genau laufen und so habe ich sie fast alle drei Zentimeter festgesteckt. Die Abstände folgen sogar ein bisschen einem mathematischen Schema. Der Abstand zum Saum beträgt 8 Zentimeter, also 2³, dann kommt der erste 2cm breite Streifen, dann ein Abstand von 2 cm und für den zweiten Streifen habe ich das Schrägband in der Mitte gefaltet, also ½. (ich weiß, die Offenbarung ist das Schema nicht, aber optisch hat es funktioniert…)

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Nachdem das Schrägband angebracht war, habe ich spontan beschlossen, diesmal auf Kellerfalten im Rock, wie ich es eigentlich vorgehabt hatte, zu verzichten und ihn einfach zu kräuseln.

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Auch das Bindeband habe ich nicht wie beim letzten Mal festgenäht, denn ich finde, das Kleid sieht auch ohne Band sehr hübsch aus. Im Prinzip wollte ich die Bänder beim anderen Kleid auch nicht festnähen, aber da ist mir die Naht im Rückenteil sosehr verwackelt, dass das Band eine Notwendigkeit ist.

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Was ich ein wenig seltsam finde, denn ich habe am Schnittmuster nichts verändert und habe direkt vorm Zuschneiden probeweise nochmal mein weißes Kleid angezogen, das noch wunderbar passt, ist, dass das Kleid im Rücken an den Schulter Zugfalten wirft. Ich kann mir das nur mit dem Beleg erklären, das andere Kleid habe ich ja gefüttert. Dabei habe ich ihn sogar aufgetrennt und neu festgenäht, das hat auch nichts geändert. Bewegungsfreiheit ist aber durch die Bewegungsfalte trotzdem genügend gegeben und mein Rücken wird meist sowieso von meinen Haaren verdeckt, also kann ich damit leben.

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Besonders gefreut hat es mich, dass ich diesmal meine Entwicklung beim Nähen deutlich gespürt habe. War es noch vor einem Jahr eines der aufwendigsten Projekte mit vielen neuen Nähschritten, ging es mir jetzt viel leichter von der Hand und natürlich auch wesentlich schneller.
Auch was die Stoffmengen betrifft bemerke ich eine Weiterentwicklung. Diesmal bin ich nämlich mit 2,5m richtig gut ausgekommen, ohne, wie damals mit den knappen 2m wie wild Tetris zu spielen.

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Und so konnte ich diesmal auch die Schrägbänder wirklich schräg zuschneiden, was das Nähen des Tropfenausschnitts erheblich erleichtert hat. Nur die in der Anleitung empfohlene breite von 3,5 cm ist für mich ein bisschen zu wenig, mit 4cm fällt es mir leichter, die Schrägbänder schön gleichmäßig anzunähen.

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Die Knöpfe, die ich am Arm verwendet habe, habe ich übrigens wieder mit der alten Knopfpresse aus einem kleinen Stück Schrägband gepresst. Ich bin so verliebt in diese kleinen stoffbezogenen Knöpfe und mein kleiner Mann könnte mir den ganzen Tag dabei helfen, welche zu pressen.

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Obwohl das Nähen des Kleides doch etwas zeitaufwendiger ist und man recht genau arbeiten sollte, würde ich keinem Anfänger, der es gern nähen würde, davon abraten. Ich denke, wenn man der ausführlichen Anleitung Schritt für Schritt folgt und sich Zeit nimmt, ist es auf jeden Fall für jeden schaffbar. Auch der Aufwand sollte nicht abschrecken, denn man kommt während der Arbeit an diesem Kleid so sehr zur Ruhe und mit jedem kleinen Schritt steigt die Freude ins unermessliche. Für mich ist Irenes Kleid einfach der allerschönste und beste Schnitt und wenn ich mein Leben lang nur noch einen Schnitt nähen dürfte (uh, das ist eine ganz schreckliche Vorstellung), dann würde ich sicher diesen wählen.

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Alles auf einen Blick:
Schnitt: Irenes‘ Kleid von Lotte und Ludwig (als Papierschnitt bei Lotte&Ludwig oder Irias‘ Stoffgeschichten erhältlich)
Stoff: ozeanblauer Viskose-Leinen von Irias‘ Stoffgeschichten
Zubehör: orange Kokosknöpfe und dunkeloranges Schrägband

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Verlinkt zu:
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10 Kommentare zu „Lotte und Ludwig – Eine alte Liebe auf neuen Pfaden“

  1. Das Kleid ist wunderschön. Der Kontrast von Petrolblau und Orange ist perfekt und es steht dir wieder so ausgezeichnet. Du machst einem richtig Lust, dieses Kleid auch zu nähen. Tolle Bilder wieder! LG Undine

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