Als ich mir einmal etwas Schlichtes nähen wollte

Schön langsam stelle ich, wenn ich mir etwas zum Anziehen heraussuche, fest, dass ich mittlerweile ein kleines Problem bekomme. Denn jetzt nach über einem Jahr Nähen für mich haben die selbst genähten Kleidungsstücke beinahe unseren gesamten Kasten erobert. (nur bei den Hosen sieht es noch ein wenig anders aus)

Kleid-Cardigan-romantisch-verspielt-naehen
Nicht, dass mich das stören würde. Es war sogar absolut notwendig, dass wieder neues Gewand in meinen Kasten Einzug hielt, denn vieles passte gar nicht mehr, war ausgewaschen, löchrig oder einfach schon uralt (manche Teile älter als fünfzehn Jahre…) Ich war nämlich nie der größte Einkäufer. Das meiste gefiel mir nicht und wenn es mir gefiel, dann passte es oft nicht, oder das Material war unangenehm und so weiter. Außerdem werde ich nicht gern musikalisch zwangsbeschallt.

verspieltes-Kleid-naehen
Als ich mit dem Nähen anfing, hatte ich daher die freie Wahl. Ich brauchte einfach alles und konnte mich einmal richtig austoben. Mit dem Endergebnis, dass ich nun einen Kasten voll mit geliebten Lieblingsteilen habe. Die meisten sind nur leider Einzelteile. Möchte ich also eine schöne Weste anziehen, finde ich nichts für darunter. Wenn ich ein schönes Kleid oder Top anziehen möchte, aber es ist etwas kühl, dann finde ich nichts, um es darüber zu tragen. Oder ich habe einen schönen Rock, aber kein passendes Oberteil und umgekehrt. (einige von euch kennen dieses Problem sicher)
Inspiriert von Elle Puls und ihrem Konzept „Mehr Klarheit im Kleiderschrank“ und auch von euren vielen tollen Beiträgen zu dem Thema, habe ich beschlossen, ich brauche schlichte, kombinierbare Basics, besonders Westen, Tops und Kleidchen hauptsächlich in schwarz, anthrazit und weiß, creme, beige, denn die passen sicher zu allen Mustern und Farben.

Swafing-Ben-Stricksweat-naehen
Und ich habe es in den letzten Wochen sogar immer wieder geschafft ganz schlichte, einfarbige Dinge zu nähen.
Aber die beiden Exemplare, die ich euch heute zeige, kann man vielleicht noch einfarbig nennen. Schlicht ist mir dann doch nicht so gut gelungen. Dabei hatte ich beide Teile ursprünglich sehr unaufgeregt im Kopf.
Den Cardigan zum Beispiel wollte ich mit nur einem, maximal zwei Holzknöpfen verzieren, eventuell sogar ganz auf Taschen verzichten und vor allem wollte ich ohne Spitze auskommen. Genauso sah ich ihn nämlich vor mir, als ich mich in den wunderschönen Swafing Stricksweat Ben verliebte und das halbe Internet auf den Kopf stellte, um ihn schlussendlich beim hüpfenden Komma zu finden. (und einiges mehr, wie den tollen Sweat Marvin, aus dem ich mir meine Windgeflüster Sweatjacke genäht habe)

Stricksweat-Ben-Swafing-naehen
Das Cardigan Schnittmuster war dabei immer absolut klar. Es musste unbedingt Stilecht von Jojolino sein, denn meinen ersten Stilecht Cardigan mit auffälligen Blumenmuster (nein, den habe ich hier nicht gezeigt- vielleicht kommt das ja noch, wenn ich ein Basic für drunter habe ^^) liebe ich abgöttisch und will ihn andauernd anziehen, er passt aber oft nicht gut zu den Leiberln, die ich auch unbedingt anziehen will.

Stilecht-Jojolino-romantisch
Diesmal habe ich den Schnitt in der aller längsten Version genäht und ihn etwas enger gemacht, indem ich das Schnittmuster beim Zuschneiden einfach um ein paar Zentimeter über den Bruch hinaus geschoben, aber den Halsausschnitt und die Ärmellänge erst danach richtig hingelegt zugeschnitten habe.
Als er dann zusammengenäht aber noch ohne Beleg vor mir lag, überlegte ich kurz, ob ich den Beleg mit der tollen linken Stoffseite nach außen geklappt Annähen sollte.

Patternhack-Toni-Augenweide-naehen
Ich verwarf den Gedanken aber wieder, weil mir das doch etwas zu unruhig erschien.
Aber irgendwie wollte ich die Innenseite trotzdem nutzen, also kam mir die Idee mit den umgestülpten Taschen. Die sahen wiederum irgendwie unfertig aus, also konnte ich nicht widerstehen und packte meinen Spitzenvorrat aus. Und diese graue Klöppelspitze passte einfach so wunderschön zum Stoff. Ich wollte ja, aber ich konnte nicht anders – sie musste mit drauf….

Stilecht-Jojolino-naehen
Allerdings passten Holzknöpfe nun nicht mehr so gut dazu. Gut, dass ich noch die Metallknöpfe aus der Firma Klos hatte, die ich ursprünglich für meinen Mantel haben wollte. In dem Moment, in dem ich sie auf meinen unfertigen Cardigan leerte, kam mein Mann vorbei und meinte, dass es sehr schön aussähe, wenn ich sie abwechselnd anordnen würde. (ja, manchmal zeigt er tatsächlich Interesse an dem, was ich tue und hat außerdem noch sehr kreative Einfälle…)

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Diese Idee gefiel mir nach eingehender skeptischer Betrachtung richtig gut und so wurden aus einem Holzknopf insgesamt fünf Metallknöpfe mit einer sehr außergewöhnlichen Anordnung und Spitzenschlaufen statt Knopfloch.
Aber ich liebe ihn ganz genauso, wie er geworden ist und der Stoff ist so schön schwer und warm und kuschelig. (Genau richtig für die jetzt drohende Kältewelle :P)

Ausschnitt-raffen-Kleid-naehen
Anders als beim Cardigan veränderte sich das Kleid sogar schon während es nur in meinem Kopf existierte, denn ich lief eine ganze Woche lang mit der fixen Idee herum, mir als nächstes ein helles Kleid zu nähen, kam aber nicht sofort dazu.
Stattdessen fertigte ich tausende Skizzen an. Macht ihr das eigentlich auch so, wenn ihr euch schon so sehr auf das Nähen freut, aber nicht könnt?
Mit der Zeit wurden die Skizzen immer extravaganter, weil mir irgendwie doch das gewisse Etwas fehlte.

Kleid-mit-Spitze-naehen
Zuerst wollte ich eigentlich nur den Schnitt eines meiner alten Kleider kopieren und den Ausschnitt leicht verändern. Nachdem meine Ideen aber bald nicht mehr viel mit dem Original zu tun hatten, entschied ich mich lieber dazu, auf bewährte Schnittmuster zurückzugreifen.

Kleid-naehen-romantisch-Spitze
Für das Oberteil habe ich die Augenweide von Lotte und Ludwig verwendet und unten herum ist das Kleid eine Toni von Milchmonster. Ich liebe jedes der beiden Schnittmuster für sich allein sehr, aber ich war mir nicht sicher, ob sie gut miteinander auskommen würden. Die Bedenken wurden schnell wieder zerstreut, denn ich finde sie sind zusammen genauso schön.

geraffter-Ausschnitt-Kleid-naehen
Den Ausschnitt habe ich ein bisschen begradigt und ansonsten genauso gemacht, wie in dem Tutorial, welches ich am Montag hochgeladen habe. Ich finde, die Raffung macht sich auch auf dem Kleid und ganz ohne Raglanärmel richtig gut.
Danach wurde das Kleid reichlich mit unterschiedlichster Spitze benäht, alle aus dem Nähzubehörgeschäft Klos. Jedes Mal, wenn ich dort hingehen, würde ich am liebsten das gesamte Lager mitnehmen – es ist das Paradies.

Spitze-Detail
Sogar die Träger habe ich mit Spitze benäht. Dafür habe ich während dem Nähen das weiße Gummiband darunter gedehnt, so sind die Träger immer noch elastisch genug und tragen sich angenehm.
Der Stoff ist übrigens auch einer, in den ich ganz vernarrt bin. Ein Konfetti Jersey aus meinem Ersatzpaket von Königreich der Stoffe, nachdem meine erste Bestellung, voll mit den letzten Metern Konfetti-Sweat leider verschollen ist. (die ganze Geschichte dazu findet ihr hier)

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Mittlerweile ist er aber in vielen Shops wiederaufgetaucht und ich überlege ernsthaft, ob ich mich gleich mit allen Farben eindecken soll, weil der Stoff einfach super als Kombistoff funktioniert, aber auch allein toll aussieht. Wenn ich meine Kasten und Stoffkastensituation betrachte, sollte ich aber ernsthaft davon absehen…

Toni-Augenweide-naehen
Mein Kasten ist nun nämlich wieder um zwei nicht wirklich schlichte Stücke reicher. Trotzdem gibt es einen Unterschied, sie passen nämlich auch mit ihren oder vielleicht sogar gerade wegen ihren Verzierungen wunderschön zu vielen der selbst genähten Sachen dazu.

romantisches-Kleid-naehen

Verlinkt zu RUMS

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