Zum ersten Mal Cord und ein Kind im Hemd?

Nachdem sich schön langsam die Blätter bunt färben und der Wind immer kälter wird, musste etwas Herbstliches her. Eine gute Gelegenheit, um mit noch unbekannten Stoffarten zu experimentieren. Da wäre zum Beispiel Strick, Fleece oder auch Cord.
Als Kind war ich nie so begeistert von Cord und auch jetzt besitze ich selbst genau eine Cordhose. (obwohl sie schön warm ist)

Herbst-naehen-Jungs
In letzter Zeit habe ich aber so viele schöne Beispiele gesehen, dass ich dem Stoff eine Chance geben wollte. (Wahrscheinlich hauptsächlich, damit ich einen Grund habe, neue Stoffe zu süchteln) Kaept'n-Kukka-Kaeptn_Floki
Also musste sofort eine Bestellung bei Glückpunkt gemacht werden, bei der ich mich noch zusätzlich mit einem ganzen Haufen anderer Stoffe eingedeckt habe, unter anderem mit dem Rest des süßen, blauen Waschbärenjerseys. Die tolle Auswahl dort führt mich immer wieder in Versuchung und es ist furchtbar schwer, nicht ein Vermögen auszugeben…
Ich wusste auch gleich, welche Schnittmuster ich für meine Versuche verwenden würde. Zum einen, weil gerade ein Fotokontest bei Rabaukowitsch lief, zum anderen, weil ich die Schnitte für Cord sowieso ideal finde und sie einfach superniedlich sind.
Besonders in den Mützenschnitt bin ich immer noch absolut verliebt.
Es war gar nicht so einfach Käpt’n Kukka und Käpt’n Floki beide aus 50 cm braunem Breitcord herauszubekommen (ich sollte endlich aufhören chronisch zu wenig Laufmeter zu berechnen, aber irgendwie geht es sich doch immer aus…)
Für die hellbraunen Akzente habe ich Fake Wildleder verwendet, den ich schon vor langer Zeit, irgendwo aus dem Abverkauf mitgenommen habe. Ursprünglich wollte ich einen Bilderrahmen daraus basteln, aber dazu ist es doch nie gekommen.

Jungs-Cordhose-naehen
Die zwei Schnitte waren an einem Abend superflott genäht, denn ich verzichtete auf sämtlichen Schnickschnack, den ich eigentlich verwenden wollte, einfach, weil ich vergessen hatte, ihn zu besorgen.
Anders verhielt es sich beim Hemd. Ich habe zum ersten Mal Manschetten genäht und eine Knopfleiste nach der Anleitung von Pattydoo eingebaut. Genäht habe ich es nach dem Schnitt Hemd Michel von Fabelwald.
Ich bin normalerweise kein großer Fan davon, kleinen Kinder Hemden anzuziehen, das passt einfach nicht zu ihrer Kindlichkeit (keine Ahnung, wie ich das sonst formulieren soll), aber bei diesem mache ich eine Ausnahme.

Rabaukowitsch_naehen
Der Schnitt hat mich vom ersten Moment an verzaubert, durch die Teilung an der Brust (die ich hier nicht genäht habe) ist es niedlicher und durch den Kragen, wirkt es nicht so „aufgetakelt“, sondern sehr frech. Ich finde überhaupt, dass es seinem Namen alle Ehre macht. Mein kleiner Lausbub sieht darin wirklich aus, wie Michel aus Lönneberga.

Hemd-Michl-Fabelwald
Obwohl ich zum ersten Mal Manschetten genäht habe und eine eingesetzte Knopfleiste, war der Schnitt schon einmal schwerer zu nähen. Allein der Kragen war für mich vor eineinhalb Jahren eine Gedulds- und Belastungsprobe erster Klasse, doch diesmal ging er mir ganz einfach von der Hand. Das hat mir gezeigt, wieviel ich mich im letzten Jahr weiterentwickelt habe und ich war schon ein bisschen Stolz auf mich. Damit will ich euch sagen: „Ärgert euch nicht, wenn etwas nicht gleich gelingt, aber traut euch ruhig auch etwas Schwieriges. Man wächst mit den Herausforderungen und irgendwann funktionieren scheinbar unmögliche Dinge, wie von selbst!“

Hemd-Michl-naehen
Zusätzlich zu den Manschetten habe auch noch Riegel angebracht, dadurch kann man die Ärmel auch noch hochkrempeln, damit es noch frecher wirkt, oder, man fädelt durch den Manschettenschlitz und rafft dadurch die Ärmel leicht. Das sieht auch sehr niedlich aus, wenn man die Manschetten zusätzlich offenlässt. Leider habe ich für diese Variante ein zu pingeliges Kind…

Hemd-Michl-Manschetten-naehen
Das Hemd ist, wie oben schon erwähnt, aus Jersey genäht und für die „Akzente“ habe ich die Reste des dunklen Jeans – Chambray, aus dem ich meine Ibiza gemacht habe, verwendet.

Fabelwald-Rabaukowitsch-naehen
So, jetzt aber wieder zurück zum Cord. Ich war überrascht, wie einfach er zu vernähen ist. Eigentlich dachte ich, er sei zu fest und schnell zu dick für meine Maschine, aber da hatte ich mit anderen Stoffen schon größere Probleme.
Was an Cord für mich suboptimal ist, ist, dass er Tierhaare und Fussel magisch anzieht und man bekommt sie nur schwer wieder runter. Außerdem hat er einen sehr eigenwilligen Stand und ist sehr fest und steif (mit Elasthan Anteil ist wahrscheinlich wieder alles anders), dafür aber auch schön warm.

Rabaukowitsch-Cord-naehen
Mein Fazit lautet also: Cord ist gut geeignet für Projekte, die wenig mit Tierhaaren in Berührung kommen, die nicht außergewöhnlich viel Bewegungsfreiheit zulassen müssen und die warmhalten sollen, also vor allem Mützen, Jacken, aber auch Taschen. Für Hosen finde ich ihn nicht so praktisch, dafür ist er zu steif und man nimmt alles mit, auf das man sich setzt oder wo man mit den Knien durchrutscht.
Trotzdem werde ich noch einen Versuch starten und eine Hose für mich nähen, ich habe nämlich noch einen schönen elastischen Feincord in meinem Stoffschrank.

Kaept'n-Floki-naehen

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4 Kommentare zu „Zum ersten Mal Cord und ein Kind im Hemd?“

  1. Ich habe gerade deinen Blog entdeckt (über die Suche nach Design-Beispielen von Käptn Kukka!) Ich bin ganz begeistert von deinen tollen Ergebnissen und sehr schönen Fotos!!

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